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Herr Paul Gerhardt Hadayatullah Hübsch ist verstorben. Wir kommen von Allah, und zu Ihm kehren wir zurück. > mehr...
19.12.2009, Veranstaltung anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Nuur-Moschee im Frankfurter Römer

Veranstaltung anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Nuur-Moschee im Frankfurter Römer

Frankfurt am Main, 19.12.2009:

Um 11 Uhr wurde Hadhrat Mirza Masroor Ahmadatba, V. Khalif der AMJ, im Ratskeller am Paulsplatz (Römer) in Frankfurt am Main empfangen. Im Rahmen des 50-jährigen Jubiläums der Nuur-Moschee fand an diesem Platz die offizielle Jubiläumsfeier in Anwesenheit des geistigen Oberhaupts der AMJ statt.

Das Programm begann mit der Rezitation des Heiligen Korans der Sure 22 Vers 41-42, in dem die Bedeutung von Gotteshäuser hervorgeht:

„Jenen, die schuldlos aus ihren Häusern vertrieben wurden, nur weil sie sprachen: ‘Unser Herr ist Allah.‘ Und würde Allah nicht die einen Menschen durch die anderen im Zaum halten, so wären gewiss Klöster und Kirchen und Synagogen und Moscheen niedergerissen worden, worin der Name Allahs oft genannt wird. Allah wird sicherlich dem beistehen, der Ihm beisteht. Allah ist fürwahr allmächtig, gewaltig. […]

Hadayatullah Hübsch, Schriftsteller und Imam der Nuur-Moschee hatte anlässlich des Jubiläums ein Gedicht geschrieben, das im Anschluss in Gesangsform (Tarana) vorgetragen wurde. Dieses betonte die Offenheit und den Friedenscharakter der Moscheen:

„Nuur heißt Licht, vergiss das nicht – Nuur ist das Licht von Allah, glücklich der, der es sah.“

Die Veranstaltung wurde durch den Vorsitzenden der AMJ in Deutschland, Abdullah Uwe Wagishauser, moderiert. Die Anzahl der Anwesenden im Ratskeller lag bei etwa 200 Gästen.

Herr Wagishauser hat in seiner Ansprache die Ahmadiyya Muslim Jamaat vorgestellt  Das Hauptaugenmerk lag auf die Rolle der AMJ in Deutschland. Insbesondere kam Herr Wagishauser auf die Geschichte der Nuur-Moschee, die erste Moschee in Frankfurt am Main, zu sprechen. Ob es die prominenten Besuche durch Sir Zafrullah Khanra oder Mohammed Ali waren oder die Funktion der Nuur-Moschee als Ort der Begegnung verschiedener Kulturen und Religionen.

Viele hohe Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Land waren zugegen, die nach dieser Ansprache zu Worte gebeten wurden. Zu Beginn sprach Herr Jörg Uwe Hahn (Hessischer Minister für Justiz, für Integration und Europa) zu den Gästen. Er beglückwünschte die Gemeinde zum Jubiläum und sagte: "Ich werde dafür kämpfen, dass jeder, der in Hessen ein Gotteshaus bauen möchte, auch die Gelegenheit dazu bekommt, ein Gotteshaus zu bauen." Im Anschluss sprach der Stadtverordnetenvorsteher der Stadt Frankfurt am Main, Karlheinz Bührmann zu den Gästen. Er betonte, dass der muslimische Glaube ein Teil der Gesellschaft geworden sei und somit ein Gewinn für das Gemeinwesen. In den letzten 50 Jahren der Nuur-Moschee habe die Jamaat es geschafft ihr Motto „Liebe für alle, Hass für keinen“ in die Realität umzusetzen.

Danach begrüßte Herr Gerhard Merz, in Vertretung von Thorsten Schäfer Gümbel, Mitglied des Hessischen Landtags, alle Anwesenden. Drei Dinge seien seiner Meinung nach wesentlich, um das Zusammenleben der Religionen und Kulturen zu gewährleisten. Als erstes gehören dazu die Glaubensfreiheit und die Freiheit der Glaubensausübung. Dadurch würden Minarett-Initiativen und Entgegnungen auf Moscheebauten gar nicht erst entstehen. Weiterhin müsse man anerkennen, dass wir eine pluralistische Gesellschaft sind und deswegen nicht wegen dem Handeln Einzelner die Allgemeinheit dem Generalverdacht aussetzen sollten. Zuletzt betonte er, dass er alle Möglichkeiten des friedlichen Miteinanders begrüße und dass Moscheen zum besseren Verständnis mit der Umgebung beitragen würden.

Als nächster Gastredner wurde Herr Michael Gahler, Europaabgeordneter für West- und Südhessen zu Worte gebeten. Im Anschluss sprach Herr Prof. Athenagoras Ziliaskopoulos, Vorsitzender des "Rat der Religionen" zu den Gästen. Diesem Rat gehört die AMJ ebenfalls an.

Zum Abschluss hielt Hadhrat Mirza Masroor Ahmadatba, V. Khalif und geistiges Oberhaupt der Ahmadiyya Muslim Jamaat weltweit, seine Festansprache.

Zu Beginn seiner Ansprache bedankte sich der Khalif bei allen Gästen für ihr zahlreiches Erscheinen zu dieser spirituellen Jubiläumsfeier. Der Khalifatbamachte in seiner Rede ausdrücklich klar, dass die Ahmadiyya Muslim Jamaat sich von aller Art von Gewalt im Namen des Islam distanziert. Das Hauptaugenmerk der Ansprache lag auf die Nuur-Moschee in Frankfurt, dessen 50-jähriges Jubiläum mit dieser Veranstaltung gefeiert worden ist. Er sagte, dass die Gäste mit ihrer Anwesenheit ihre Offenheit gegenüber dem Islam zeigen. Mit ihrem Kommen erfüllen sie den Sinn der Gerechtigkeit, denn sie wollen sich selbst ein Bild über den Islam machen. Der Khalifatba trug im Anschluss den Vers 85 aus der Sure 3 vor, in dem es heißt:

Sprich: „Wir glauben an Allah und an das, was zu uns herabgesandt worden und was herabgesandt ward zu Abraham und Ismael und Isaak und Jakob und den Nachfahren, und was gegeben ward Moses und Jesus und [anderen] Propheten von ihrem Herrn. Wir machen keinen Unterschied zwischen ihnen, und Ihm unterwerfen wir uns.“

Mit diesem Vers werden die Lehren des Islams deutlich und der Grundstein für Frieden und Harmonie kann gelegt werden.

Zum Schluss wies er auf den Vers 9 aus der Sure 5 hin, in dem Gott eine Anweisung zur Wiederherstellung und Sicherung des Friedens gelehrt hat:

O die ihr glaubt! Seid standhaft in Allahs Sache, bezeugend in Gerechtigkeit! Und die Feindseligkeit eines Volkes soll euch nicht verleiten, anders denn gerecht zu handeln. Seid gerecht, das ist näher der Gottesfurcht. Und fürchtet Allah; wahrlich, Allah ist kundig eures Tuns.

Beim gemeinsamen Mittagessen im Anschluss konnte der interreligiöse Dialog fortgeführt werden.